Deutsche Bank, die Boni und der Kulturwandel
Auch nett: Wie die Börsenzeitung („Deutsche Bank geißelt Bonusdeckel“, 12.6.13) berichtet, beschwere sich Deutsche Bank-Co-Chef Fitschen über die Regulierung der Boni für Bänker. Die Regel besagt kurz gesagt, dass die Boni nicht höher sein dürfen als das Grundgehalt.
Dieser Ansatz, so Fitschen, sei insofern weltfremd, als es so eine Regelung zum Beispiel in Asien nicht gebe. Damit sei die Deutsche Bank bei der Suche nach „Talenten“. Die würden dann eben lieber dort hingehen, wo es bei den Boni keine Begrenzung gebe. Zum Beispiel zu amerikanischen Banken. Die EU-Regulierer hätten sich darüber wohl im Vorfeld „keine Gedanken“ gemacht.
Diese Argumentation ist insofern bemerkenswert, als sie die dahinter liegende Denkweise zeigt: Wenn etwas von vielen anderen gemacht wird, muss es ja ethisch und systemisch korrekt sein.
Mal im Ernst: Wenn extrem hohe Bonuszahlungen so wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit sind, zeigt das ja schon auch: Das System ist offenbar nach wie vor nur vom Geldmachen getrieben. Wenn ein Unternehmen außer hohen Boni keine Wettbewerbsvorteile bei der Rekrutierung von „Talenten“ zu bieten hat, zeigt es damit auch sein wahres Gesicht bzw. seine Denkweise. Sinngemäß: "Solange die anderen sich nicht ändern, wollen wir uns selbst auch nicht ändern."
Übrigens ist in deselben Ausgabe der Börsenzeitung ein weiterer Artikel („Jain verschärft die Tonart“, 12.6.13) zu lesen. Dort schimpft der andere Co-Chef der Deutschen Bank über den Regulierungsansatz, das Geschäft für den Kunden vom Eigenhandel zu trennen. Da argumentiert Jain schlicht: das würde ja bedeuten, dass damit 100 Jahre Tradition der Universalbanken zu Ende gingen. Das ist sinngemäß das klassische Argument: "Wir haben das doch schon immer so gemacht - deshalb wollen wir uns gar nicht ändern." Dass die Universalbanken durchaus nicht 100 Jahre lang Gewinne und Risiken auf Teufel komm raus gemacht haben, erwähnt er wenigstens in diesem Artikel nicht.
Soviel zum Thema Kulturwandel…
Dieser Ansatz, so Fitschen, sei insofern weltfremd, als es so eine Regelung zum Beispiel in Asien nicht gebe. Damit sei die Deutsche Bank bei der Suche nach „Talenten“. Die würden dann eben lieber dort hingehen, wo es bei den Boni keine Begrenzung gebe. Zum Beispiel zu amerikanischen Banken. Die EU-Regulierer hätten sich darüber wohl im Vorfeld „keine Gedanken“ gemacht.
Diese Argumentation ist insofern bemerkenswert, als sie die dahinter liegende Denkweise zeigt: Wenn etwas von vielen anderen gemacht wird, muss es ja ethisch und systemisch korrekt sein.
Mal im Ernst: Wenn extrem hohe Bonuszahlungen so wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit sind, zeigt das ja schon auch: Das System ist offenbar nach wie vor nur vom Geldmachen getrieben. Wenn ein Unternehmen außer hohen Boni keine Wettbewerbsvorteile bei der Rekrutierung von „Talenten“ zu bieten hat, zeigt es damit auch sein wahres Gesicht bzw. seine Denkweise. Sinngemäß: "Solange die anderen sich nicht ändern, wollen wir uns selbst auch nicht ändern."
Übrigens ist in deselben Ausgabe der Börsenzeitung ein weiterer Artikel („Jain verschärft die Tonart“, 12.6.13) zu lesen. Dort schimpft der andere Co-Chef der Deutschen Bank über den Regulierungsansatz, das Geschäft für den Kunden vom Eigenhandel zu trennen. Da argumentiert Jain schlicht: das würde ja bedeuten, dass damit 100 Jahre Tradition der Universalbanken zu Ende gingen. Das ist sinngemäß das klassische Argument: "Wir haben das doch schon immer so gemacht - deshalb wollen wir uns gar nicht ändern." Dass die Universalbanken durchaus nicht 100 Jahre lang Gewinne und Risiken auf Teufel komm raus gemacht haben, erwähnt er wenigstens in diesem Artikel nicht.
Soviel zum Thema Kulturwandel…
Kommentare
-
Eure Beiträge versüßen mir immer wieder den Tag - wie wahr, wie wahr....