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Deutsche Bank und Standard & Poors

Auch interessant: Wie die FTD („Brandbrief: Deutsche Banken legen sich mit S&P an“, 15.8.12) im Nebensatz meldet, sei die Deutsche Bank einer der „einer der größten S&P-Kunden überhaupt“.

Das lässt natürlich Raum zum Sinnieren. Zum Beispiel darüber, dass die Deutsche Bank diesen Rang bei der Rating-Agentur Standard & Poors eventuell auch während der sogenannten Subprime-Krise erworben haben könnte. Wir erinnern uns: Damals wurden in großem Stil und auf Teufel komm raus Kredite nur noch zu einem Zweck verkauft: Man wollte sie gleich im Anschluss verbriefen und damit in „den Märkten“ Geld machen. Dabei, so war ja öfter zu lesen, kam die Deutsche Bank auch in den Verdacht, sich die Verbriefungs-Pakete vom Hedge-Fonds-Guru Paulson geschnürt haben zu lassen. Die Pakete wurden dann bekanntlich auch von S&P durchgewinkt. Und dies obwohl

• alle drei großen Rating-Agenturen damals nach der späteren Erkenntnis der amerikanischen Börsenaufsicht auf diese Art und Menge von Ratings zwar weder prozessual noch personell vorbereitet waren, das Geschäft aber trotzdem bereitwillig machten
• John Paulson Meldungen des Handelsblatts („Handelsblatt („Deutsche Bank im Visier der US-Börsenaufsicht“, 29.1.12) erstens genau wusste, was er da machte, und zweitens von der Deutschen Bank wohl Gelegenheit bekommen haben soll, „wertlose Hypothekenpapiere auszusuchen, gegen die er dann wetten konnte“.

Ja, darüber könnte man schon trefflich sinnieren. Und sich fragen, ob die vom neuen Vorstand Jain ausgerufene „Unverhandelbarkeit“ der Shareholder-Interessen auch damals schon die Ursache für die hohe Stellung bei S&P war und für solche gemeinschaftlich unterirdischen Deals war.

Ach so, in der Meldung der FTD geht es übrigens darum, dass S&P den Banken mittlerweile einfach nur eines ist: zu teuer…
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