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European Business School: CDU-Politiker...

Ach, wenn’s nicht so traurig wäre, dann wär’s einfach drollig: Wieder einmal berichtet die Frankfurter Rundschau („EUROPEAN BUSINESS SCHOOL: CDU-Politiker Arnold im Zwielicht“, 4.10.13) über die wirtschaftlichen Probleme der European Business School (EBS), die heute als Universität für Wirtschaft und Recht auftritt…

Seit mehreren Jahren gehen Gerüchte über eine mögliche Insolvenz dieses Instituts um, das für die fördernden Unternehmen die neue Elite produzieren und die direkt rekrutierbar machen soll - seinem Namen aber offenbar auch nicht so richtig gerecht werden will. In dem Artikel geht es nun darum, dass man zur Sicherung von Fördermitteln des Landes Hessen mit geschickt geschönten Bilanzen nachgeholfen habe. Naja, das mag gewesen sein, wie es war.

Man liest das und fragt sich: Wie kommt es, dass eine derart marktorientierte Institution ihre Zahlen nicht im Griff hat und solche Dinge macht? Die Antwort kennt wohl nur der Wind. Allerdings kann man sich vorstellen, dass die EBS eigentlich auch nur das getan hat, was eben im letzten Jahrzehnt üblich war: Die Dinge so hinbiegen, dass man damit Geld verdienen kann. Wenn man das mal sehen will, macht es ja durchaus Sinn, dass die Schule der effizienten Märkte genau wie ihre Schüler eben hie und da mal verklagt werden. Es ist wohl ein Systemproblem, so denkt man sich, und fänt an ein wenin tiefer zu graben:

Einen Hinweis darauf gibt auch das aufmerksame Studium der EBS-Website: In einer Pressemeldung („EBS Oath Society – "Der ehrbare Kaufmann", 16.5.13) berichtet eine Studentin über einen von EBS-Studenten gegründeten Verein zur Förderung des „Manager-Eids“. Eine gute Idee: „Indem sie den Manager-Eid ablegen, verpflichten sich Studierende an der EBS dem Allgemeinwohl zu dienen.“ Die „am EBS Leitbild des "Ehrbaren Kaufmanns" orientierte Eidesformel“ solle deutlich machen, dass „der Beruf "Management" als ein Beruf betrachtet wird, der nicht nur auf einem spezifischen Wissen, sondern auch auf einem starken moralischen Fundament“ beruhe.

Hm…Der ehemalige Präsident der EBS sieht sich lt. Frankfurter Rundschau ("EBS Untreue-Prozess: Hauptzeuge belastet Jahns", 21.8.13) mit einer Klage wegen Untreue konfrontiert. Und die EBS Oath Society zählt zurzeit etwa 150 Mitglieder. Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht hat aber laut eigenen Angaben etwa 1500 Studenten. Macht also großzügig gerechnet etwa nur 10% der Studierenden. Irgendwas scheint mit dem "starken moralischen Fundament" noch nicht richtig zu funktionieren.

Na, das wird schon werden…
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