claim von gute-banken

Mehr Kontrolle der Schattenbanken - und ein herrlicher Schreibfehler!

Netter Artikel bei Spiegel-Online („Milliarden-Risiken: BaFin-Chefin fordert mehr Kontrolle der Schattenbanken“, 2.6.14) – mit einem noch netteren Schreibfehler…

Der Artikel berichtet kurz gesagt darüber, dass Schattenbanken und Hedgefonds auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten den regulierten Banken „faule Kredite und andere Altlasten abkaufen“. Diesbezüglich habe die Chefin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wohl zwei Seelen, ach, in ihrer Brust:

Einerseits sei es ja prima, wenn die Risiken bei den deutschen Großbanken aus den Büchern kämen und sie den Schrott auch noch zu „hoffentlich vernünftigen Preisen“ verkaufen könnten (was in diesem Zusammenhang „vernünftig bedeutet, wird nicht weiter ausgeführt…).
Andererseits wäre das aber auch fatal, weil die Risiken durch den Verkauf ja nicht „verschwinden“ würden, sondern nur dorthin wandern würden, wo die Aufsicht „nichts ausrichten“ könne.

Drittens, so erwähnt das Handelsblatt, gehörten zu den Schattenbanken, neben Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften eben auch Geldmarktfonds, „normale Investment-Fonds und sogenannte „Zweckgesellschaften, in die Banken ihre riskanten Geschäfte auslagern“ würden – also eine Art von Banken betriebene Schattenbanken. Wenn man das alles liest, kommt man halt auch wieder nur auf den Satz von Einstein: Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

Soviel zum ersten Teil. Nun zum wirklich herrlich albernen Teil des Artikels. Der Bericht enthält nämlich einen Schreibfehler, der wohl ein klasssicher Freud’scher Schlüpfer sein dürfte: Wo man ja vorher die ganze Zeit über Regulierung gesprochen hatte, heisst es nun:

„Zugleich wagen Schattenbanken sich auch wieder an risikoreichere Geschäfte, da die aktuellen Niedrigzinsen kaum lukrative Anklagemöglichkeiten bieten.“

„Lukrative Anklagemöglichkeiten“. „An K lagemöglichkeiten“…

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Kommentare

Kommentare 

+3 # Autor 2014-06-02 16:45

ist doch die Aufgabe eines funktionierende n (Finanz-)MArektes, dass verbriefte REchte und Pflichten immer wieder neu bewertet werden und dadurch gehandelt werden.
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+3 # Autor 2014-06-02 16:46
Deine Sicht auf die Dinge ist immer wieder bewundernswert. Und man würde sich wünschen, dass es einfach nur so wäre: Was heute noch Schrott ist, wird morgen vielleicht wieder als wertvoll betrachtet. Das ist natürlich ok. Aber: So sehr Du damit natürlich vom Prinzip her recht hast, so sehr ist dummerweise die Funktion des Handels mit Werten längst von einem dienenden oder unterstützenden Prozess im gesellschaftlic hen Gesamtgefüge zu einem frei schwebenden und referenzlosen Kernprozess gemacht worden. Die Dinge geschehen hier nicht mehr, weil sie einem rational notwendigen gesamtgesellsch aftlic hen Zweck folgen. Sondern der rational notwendige gesellschaftlic he Zweck wird ihnen ex post unterstellt. Erklären kann man alles.

Die Frage, die man sich schon stellen könnte: Wie oft muss etwas innerhalb welcher Zeit den Besitzer wechseln, damit der Wert auch so richtig schön belastbar, fungibel oder konsensfähig ist? Und warum? Naja?
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